Änderung der Rechts- und Verfahrensordnung

§ 11 Vorsperren und Gelb-Rote Karte

6. Wird ein Spieler einer Mannschaft in einem Pflichtspiel (Meisterschafts-, Pokal-, sowie Entscheidungsspiele über Auf- und Abstieg; vgl. § 10 Nr. 1.2 Satz 2 SpO) infolge zweier Verwarnungen (gelb-rot) im selben Spiel des Feldes verwiesen, so ist er für das nächste Pflichtspiel dieser Mannschaft, das dem Spiel folgt, in welchem er des Feldes verwiesen worden war, gesperrt. Bis zum Ablauf der Sperre ist der Spieler auch für alle anderen Pflichtspiele der Mannschaften seines Vereins gesperrt, dort jedoch längstens bis zum Ablauf von 10 Tagen.

Diese Vorschrift gilt nur für die jeweilige Saison.

Diese Änderungen treten zum 01.Juli 2015 in Kraft

Infos für die Vereine zum Mindestlohngesetz

Veröffentlicht auf SBFV

Die seit 1. Januar 2015 geltenden neuen gesetzlichen Vorgaben zur erfolgten Einführung des gesetzlichen Mindestlohns mit 8,50 € pro Stunde durch das sog. Mindestlohngesetz (v. 11.8.2014, BGBl 2014 I S. 1348) werfen in der Umsetzung für die Vereine Fragen auf. Tatsache ist, dass einige Formulierungen einen Interpretations-spielraum lassen, so dass jeweils im Einzelfall zu prüfen ist, ob das Mindestlohngesetz Anwendung findet. Auch ist nicht klar definiert, welche Ausnahmeregelungen für die Vereine Anwendung finden. Deshalb wurde u.a. von RA Prof. Gerhard Geckle, Freiburg, langjähriger Referent beim SBFV, direkt beim Bundesarbeitsministerium angefragt, ob nicht wegen zahlreicher Anwendungsprobleme eine Übergangsregelung bis Mitte 2015 angebracht ist und wie man nun konkret für welche Fälle genau die Ausnahmeregelung nutzen kann. Die Antwort des Ministeriums zu diesem ausführlichen Anschreiben vom 16. Dezember 2014 steht derzeit immer noch aus. In einem Spitzengespräch am 3. Februar 2015 sollen unter Einschaltung des DFB diese Praxisprobleme insgesamt nochmals geprüft und dann kommentiert werden. Nachfolgend haben wir die derzeit bekannten Rahmendaten, aber auch die noch bestehenden Problemfelder ohne Anspruch auf Vollständigkeit möglichst kompakt zusammengefasst.

Welche Tätigkeiten in den Vereinen fallen unter das Mindestlohngesetz?

Das MiLog findet bei allen abhängig beschäftigten Arbeitnehmern Anwendung. Das sind vor allem Minijob-Verhältnisse für z.B. Hausmeisterdienste, Platzwarte, Putzkräfte oder Beschäftigte der Geschäftsstelle. Soweit ein Vertrag besteht, ist zu prüfen, ob die dort vereinbarten Regelungen (Monatsentgelt, Anzahl zu leistender Arbeits-stunden) dem Mindestlohn von 8,50 € entsprechen.

Für wen gilt das Mindestlohngesetz nicht?

Ausnahmeregelungen sind für bestimmte Praktikantenverhältnisse, Langzeitarbeitslose, Auszubildende, Jugendliche unter 18 Jahre ohne Ausbildungsplatz und u.a. auch für Ehrenamtlich Tätige (nach § 2 Abs. 3 MiLoG) vorgesehen.

Eine Ausnahme würde für ehrenamtliche Tätigkeiten danach immer dann vorliegen, wenn die Vergütung nicht „von der Erwartung einer adäquaten finanziellen Gegenleistung abhängt, sondern von dem Willen geprägt ist, sich für das Gemeinwohl einzusetzen.“ Es ist davon auszugehen, dass z.B. bei ausschließlicher Nutzung des Ehrenamts- oder

Übungsleiterfreibetrags in Höhe von bis zu 60 €/200 € pro Monat (720 € /2.400 € pro Jahr), etwa für die Bezahlung der nebenberuflich im Verein engagierten Helfer und beschäftigte Übungsleiter/ Trainer, der Verein von den Mindestlohnvorgaben verschont bleibt.

Fallen Spieler und insbesondere Vertragsspieler unter die Anforderungen des Mindestlohngesetzes?

Liegt die oben beschriebene Ausnahme vor, “ fallen auch Amateur- und Vertragssportler nicht unter den Arbeitnehmerbegriff, wenn ihre ehrenamtliche sportliche Betätigung und nicht die finanzielle Gegenleistung für ihre Tätigkeit im Vordergrund steht.“ (gem. BT-Drucksache 18/2010 v. 2.7.2014) Hier fehlt es allerdings an der genauen Definition, da diese Bewertung im Einzelfall unterschiedlich ausfallen kann. Kann es sich beispielsweise bei Studenten um ein Erwerbszusatzeinkommen/Hinzuverdienst handeln, das der eigenen existentiellen Absicherung dient?

Die Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG) hat mit einem Anschreiben vom Dezember 2014 an die Vereine reagiert und über die Auswirkungen des Mindestlohngesetzes im bezahlten Sport mit Wirkung ab 1.1.2015 informiert. Klargestellt wurde, dass ein Unfall-versicherungsschutz nur dann erreicht wird, wenn die monatliche Vergütung auf jeden Fall über 200€ je Monat liegt und gleichzeitig– dies ist neu- der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 € je Zeitstunde nicht unterschritten wird. Der Mindestlohn wird nach Ansicht der VBG so berechnet, indem der Nettobetrag zuzüglich der ggf. vom Sportler getragenen Einkommens-steuer für Vergütungen und/oder der Sozialversicherungsbeiträge ins Verhältnis zum regelmäßigen monatlichen Zeitaufwand für Training und Wettkampf gesetzt wird. Nach VBG- Ansicht sind jeweils die reguläre Spieldauer vom Anpfiff bis Abpfiff inkl. der zum Spiel gehörenden Pausen und Unterbrechungen sowie die reguläre reine Trainingsdauern (vom Trainingsbeginn bis zum Trainingsende) zu addieren und der Berechnung zugrunde zu legen. Um den Unfallversicherungsschutz zu erhalten, müssen beide Voraussetzungen nachgewiesen werden. (weitere Infos unter www.vbg.de)

Wie sollte man derzeit reagieren?

Soweit Vergütungen an Beschäftigte bzw. Fußballer von Ihrem Verein gezahlt werden, sollte man zur Sicherheit derzeit den erforderlichen zeitlichen Aufwand konkret und individuell schriftlich jetzt bereits erfassen, um zu vermeiden, dass es später bei Überprüfungen zu Beanstandungen kommt. Diese Aufzeichnungen müssen spätestens innerhalb einer Woche nach Erbringung der Arbeitsleistung erfolgen, vom Verein und vom Beschäftigten unter-schrieben und für den Zeitraum von 2 Jahren aufbewahrt werden. Gemeinsam mit dem DFB werden wir weiter arbeiten, um für die Vereine Vereinfachungen zu erreichen und die notwendige Vorgehensweise möglichst verständlich und nachvollziehbar darzustellen. Leider ist nach jetzigen Kenntnissen von einem erhöhten Arbeitsa-ufwand für die Vereine auszugehen. Sobald eine einheitliche und für die Vereins-praxis erkennbare Linie zum richtigen Umgang mit dem neuen Mindestlohngesetz bekannt wird, werden wir hierüber sofort informieren.

Hinweise zur Gastspieler-Regelung im Jugendbereich

Nur noch maximal  5 Gastspielerlaubnisse eines Jahrganges möglich!

Auf dem Verbandsjugendtag 2013 wurden einige wichtige Änderungen in den Ausführungsbestimmungen für Gastspieler in der Jugend (AB 15) beschlossen, die zum 1. Juli 2014 in Kraft getreten sind. Da noch vermehrt Gastspieler-Anträge nach den alten Regelungen in der SBFV- Passstelle eingehen, möchten wir an dieser Stelle nochmals auf die Änderungen hinweisen.

Bitte beachten Sie folgende Punkte:

Seit dem 1. Juli kann ein Verein nur noch maximal 5 Gastspielerlaubnisse pro Altersklasse beantragen. Bisher war die Anzahl der Gastspieler nicht begrenzt. Des Weiteren beschränkt sich Einsatzberechtigung der Gastspieler auf die

Juniorenspiele der entsprechenden Altersklasse beim aufnehmenden Verein. Gastspieler dürfen also nicht mehr -wie bisher- in der nächst höheren Altersklasse eingesetzt werden.

Stehen bei überbezirklichen Spielgemeinschaften in der betreffenden Altersklasse mehr als 20 Spieler zur Verfügung, werden keine Gastspielerlaubnisse erteilt.

Regeländerungen zur Saison 2014/2015

Der Verbandsschiedsrichterausschuß hat die beigefügten Erläuterungen zu den Regeländerungen veröffentlicht

Regeländerungen 2014-2015.pdf
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Entscheidungsspiel um den Titel für Jugendfußballer

Tordifferenz zählt künftig nicht mehr

In der kommenden Fußballsaison wird es in der Meisterfrage bei Punktgleichheit von Jugendmannschaften an der Tabellenspitze ein Entscheidungsspiel geben. Die Tordifferenz scheidet damit als Kriterium, wer am Ende Platz eins oder zwei belegt, auf Verbands- und auf Bezirksebene aus.

"Gegen Rundenende hat es durch unvollständig angetretene Mannschaften oftmals hohe Ergebnisse gegeben, die das Kräfteverhältnis verfälschen", erklärte Norbert Schlageter, Schatzmeister des Südbadischen Fußballverbands aus Tunsel, die neue Regel auf dem Bezirkstag in Heitersheim.

Ebenfalls im Jugendbereich wird es nun möglich sein, dass mehr als zwei Mannschaften eine Spielgemeinschaft gründen. Schlageter stellte in Heitersheim zudem den neuen Masterplan des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für alle Amateurvereine vor. Am 29. Juli soll im Internet der Auftritt unter der Adresse fussball.de ein neues Gesicht erhalten. "Ein zentraler Punkt wird der Servicegedanke sein, vor allem für Trainer, Schiedsrichter und Vorstandsmitglieder", so Schlageter. Dafür erhielten alle Vereine ein Starterpaket. Verpflichtend ist nun für alle Ligafußballer, bei Nichtbespielbarkeit des Hauptspielfeldes spezielles Schuhwerk für den Kunstrasen dabei zu haben.

Für die Hinterbliebenen des tragischen Unglücksfalles von Ebringen vor einem Monat stellte Schlageter die Möglichkeit der finanziellen Hilfe durch den Verband und die Sozialstiftung des DFB in Aussicht. Lob gab's für das vom Bezirk angeschobene Fairnessprojekt "Gewalt gehört ins Abseits".

Bericht: FuPa/SBFV

Änderungen des SBFV-Verbandsvorstandes

Der SBFV-Verbandsvorstand hat folgende Änderungen in den Ausführungsbestimmungen und in der Spiel- und Jugendordnung beschloßen:

Aenderung-Satzung-Ordnungen-2014.pdf
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Verletzt - was nun? Knieverletzungen

Knieverletzungen gehören zu den häufigsten Verletzungen im Fußball

Schädigungen der Sprung- und Kniegelenke sind die häufigsten im Fußball auftretenden Verletzungen. Knieverletzungen führen meist zu langen Ausfallzeiten und bedeuten nicht selten das Ende der Karriere. Entsprechend berechtigt ist die Angst vor ihnen. Das Knie-gelenk samt seiner umgebenden Muskulatur ist ein einerseits äußerst robustes, aber gleich-zeitig auch kompliziertes und sensibles Konstrukt – eben noch hat es einen Press-schlag vollkommen unbeschadet überstanden, und wenige Minuten später reißt bei einer leichten Drehbewegung und ohne Einfluss eines Gegenspielers ein Kreuzband! So mancher Trainer und Spieler reagiert da fast schon resignierend. Mehr Informationen in DFB-Online:    >>>Knieverletzungen<<<

Spielabbruch bei 4:0 - wie geht´s weiter?

Was passiert, wenn eine Partie wegen höherer Gewalt abgebrochen wird?

Gewitter, Starkregen oder Nebel - manchmal müssen Spiele wegen höherer Gewalt abgebrochen werden. Doch was passiert dann? Wird die Partie wiederholt, egal wie aussichtslos vielleicht eine Mannschaft zurückgelegen ist?

Dumm gelaufen ist es am vergangenen Wochenende für den SV Münchweier. 4:0 führte der SVM beim Derby in Ettenheimweiler. Ungefähr 70 Minuten der Spielzeit waren abgelaufen, als Schiedsrichter Bruno Pfister die Partie abbrechen musste. Starkregen hatte dafür gesorgt, dass an Fußball nicht mehr zu denken war. Nun wird die Partie wiederholt werden. Was verständlicherweise bei vielen Fans und Spielern für Unmut sorgt. „Ärgerlich ist nur, dass der Unparteiische meinte, das Spiel wird für Münchweier gewertet“, erzählt Hans Götz,1. Vorsitzender des SV Münchweier.

Da hatte sich der elsässische Unparteiische allerdings zu weit aus dem Fenster gewagt. Denn die Statuten des SBFV besagen anderes. Der Schiedsrichter hat gar nicht die Möglichkeit, so eine Bewertung abzugeben.Münchweier ist aber nur ein exemplarischer Fall. Wie ist die Handhabe in solchen Situationen grundsätzlich? Welche Handlungsspielräume bleiben dem Verband überhaupt.

 

"Spielabbrüche kommen immer vor das Sportgericht"

Thorsten Kratzner, stellvertretender Geschäftsführer des SBFV, hatte im letzten Jahr einen ähnlichen Fall am eigenen Leib zu spüren bekommen. Mit seinem Heimatverein ging es gegen den Abstieg. In einem sehr ent-scheidenden Spiel hatte seine Mannschaft wieder besser ins Spiel gefunden und den Ausgleich erzielt, als der Schiedsrichter wegen Nebels unterbrechen musste. „Ich bin mir sicher, wir hätten das Spiel gewonnen, wenn es weitergegangen wäre“, berichtet Kratzner. Der Schiedsrichter pfiff nach einer Viertelstunde Unterbrechung noch einmal an, doch es hatte keinen Sinn, der Nebel war zu stark und er brach die Partie ab. Es ging vors Sportgericht und es kam zu einer Neuansetzung.

„Spielabbrüche kommen immer vor das Sportgericht, ein Sportrichter schaut sich den Fall an und entscheidet dann“, erklärt Thomas Schmidt, Mitglied des Verbandsvorstand und Verbandsspielausschuss. Ob der Abbruch durch höhere Gewalt oder Tumulte entstanden ist, ist erst einmal egal. „Ein Sportrichter bewertet die Situation“, berichtet Schmidt weiter. „Bei einem Spielabbruch, der durch Unregelmäßigkeiten auf dem Feld entstanden ist, wird der Sportrichter immer ein Urteil fällen“, so Schmidt, bei Spielabbruch durch höhere Gewalt steht in der Regel die Wiederholung an.

 

Ein kleiner Ermessensspielraum bleibt

Allerdings hat der Sportrichter auch einen gewissen Ermessensspielraum. Wäre das Spiel bei dem selbem Spielstand etwa erst in der 88. Minute abgebrochen worden, könnte der Richter auch urteilen, dass die Zeit nicht mehr gereicht hätte, das Spiel zu drehen und es nicht zu einer Neuansetzung käme. Schmidt will sich hierbei aber bewusst nicht auf einen konkreten Fall oder eine Zeitangabe festlegen, es geht ihm dabei nur um die Verdeutlichung des Ermessensspielraums des Sportrichters.

Thorsten Kratzner erzählt gar von einem Fall, da wurde das Spiel in der 94. Minute abgebrochen und dann wiederholt. Letztendlich bleibt die Erkenntnis, dass man sich als Fan und Spieler immer wieder ungerecht behandelt fühlen wird, es aber keine bessere und fairere Variante gibt als zu sagen, dass in solch einem Fall wiederholt wird . Wie sagte Sepp Herberger so schön: „Der Ball ist rund und das Spiel dauert 90 Minuten“ und solange die nicht vorbei sind, ist ein Spiel nicht gewonnen. Allerdings sind es diese Diskussionen à la "was wäre, hätte, wenn", die den Fußball so liebenswert machen.

Quelle: FuPa

Was gehört in den Erste-Hilfe Koffer?

Verletzungen gehören nicht nur in der Bundesliga zum Alltag. Auch im Amateurbereich sind sie ständiger Begleiter im Trainings- oder Spielbetrieb. Weil gerade im unteren Amateurbereich kein ausgebildeter Mediziner die Mannschaft betreut, sind die allgemeinen Erste-Hilfe-Kenntnisse der Trainer oder Betreuer hier besonders
gefragt.
Training & Wissen Online (TWO) hat mit Dr. Lars Lippelt, seit 2009 internistischer Mannschaftsarzt der

U 21-Nationalmannschaft, gesprochen. Lippelt erklärt, was alles zur Grundausstattung eines Erste-Hilfe-Koffers gehört und erläutert die grundlegenden Behandlungsmethoden bei häufig auftretenden Verletzungen.

 

Herr Lippelt, was gehört alles in einen Erste-Hilfe-Koffer?

 

Dr. Lars Lippelt: Kommt es aus medizinischen Gründen zu einer Spielunterbrechung, liegt meist eine Verletzung eines Spielers vor. Bei stumpfen Verletzungen (z.B. Prellungen oder Verstauchungen, Anm. d.Red.)  ist eine schnelle und gute Kühlung eine sinnvolle Erste-Hilfe-Maßnahme. Für eine offene Wunde sollte man etwas zum Säubern und Desinfizieren dabei haben, anschließend etwas zum Abdecken der Wunde, denn eine mögliche Blutung sollte zum Stehen kommen. Daher sollte zur Basisausstattung des Erste-Hilfe-Koffers ein Wunddesinfektionsmittel sowie Verbandsmaterial (sterile Kompressen, Verbände und Pflaster, Anm. d.Red.) gehören. Schwieriger zu beantworten ist, was darüber hinaus für seltene Notfälle bereitgehalten werden sollte.

 

Was raten Sie?

 

Lippelt: Um für einen lebensbedrohlichen Notfall gerüstet zu sein, bräuchte man einen Defibrillator und einen Beatmungsbeutel. Das erfordert aber einen umfangreich geschulten Ersthelfer. Auch aus Kostengründen ist das im Amateurbereich kaum umsetzbar. Mit relativ einfachen Mitteln kann man aber beispielsweise bei einem
bewusstlosen Spieler, bei dem die zurückfallende Zunge die Atemwege zu verlegen droht, helfen.

 

Wie kann hier geholfen werden?

 

Lippelt: In dem Fall kann ein kleiner Plastikschlauch in den Mund (sog. Guedel-Tubus) oder in die Nase (sog. Wendl-Tubus) geschoben werden. Dadurch werden die oberen Atemwege offen gehalten. Dies ist ohne große Vorkenntnisse durchführbar, die Kosten sind gering. Weitere Bestandteile in den meisten fertig bestückten Medizinkoffer sind schmerzstillende Salben. Sie gehören nicht unbedingt zur Basisausstattung, da der Effekt in der Akutsituation gering ist.

 

Häufig hört man, dass man mit der Verwendung von Eisspray vorsichtig sein sollte, da es schnell zu Verbrennungen kommen kann: Was verwenden Sie zur Kühlung?

 

Bei der U 21-Nationalmannschaft wird in erster Linie Eiswasser in speziellen Kühlboxen verwendet.

 

Und wie sieht der Einsatz damit aus? Lars Lippelt empfiehlt Eiswasser statt Eisspray.

 

Lippelt: Zur Anwendung drückt man einen mit Eiswasser getränkten Schwamm mehrfach über dem zu kühlenden Bereich aus. Von Vorteil ist auch, dass man Verbände vor dem Anlegen für einen länger anhaltenden Kühleffekt in Eiswasser tränken kann. Handelsübliches Eisspray ist vielleicht etwas einfacher zu organisieren und unkomplizierter in der Anwendung. Bei fehlerhafter Anwendung kann es aber hierbei schnell zu Kälteschäden der Haut kommen. Daher sollte man unbedingt auf die Anwendungshinweise des Herstellers achten. Bei Verwendung von Kühlkompressen, die sich grundsätzlich auch eignen, sollte zum Schutz vor Kälteschäden ein direkter Hautkontakt über eine längere Zeit vermieden werden.

 

Soviel zur Kühlung, kommen wir zum Gegenteil: Was halten Sie von Wärmesalben?

 

Lippelt: Durchblutungssteigernde Cremes oder Salben sind eher kontraproduktiv. Bei akuten Verletzungen geht es um einen guten Kühleffekt. Von der Anwendung im Rahmen des Aufwärmens ist ebenfalls abzuraten, da diese Salben nur zu einer Steigerung der Hautdurchblutung führen. Es stellt sich zwar ein Wärmegefühl ein, zu einer relevanten Durchblutungssteigerung der Muskulatur kommt es jedoch nicht.

 

Wie oft muss der Inhalt eines Erste-Hilfe-Koffers erneuert werden?

 

Lippelt: Entnommenes Material sollte umgehend wieder aufgefüllt werden. Auch sollten steril verpackte Verbände und Pflaster regelmäßig ausgetauscht werden. Hier können die aufgedruckten Verfallsdaten helfen. 

 

Bei welcher Verletzung raten Sie zum Abbruch, und wann kann ein Spieler noch weiterspielen?

 

Lippelt: Die Gesundheit steht immer im Vordergrund. Bei schwerwiegenden Verletzungen wie Knochenbrüchen, Kopfverletzungen oder starken Blutungen ist ein Weiterspielen selbstverständlich nicht möglich. Stärkere Schmerzen stellen ebenfalls einen Abbruchgrund dar.

 

Ab wann empfiehlt es sich einen Rettungswagen zu rufen?

 

Lippelt: In allen unklaren Situationen sollte der Rettungsdienst alarmiert werden. Bei schweren Verletzungen, die eine sofortige Schmerzbehandlung und einen schonenden Transport erforderlich machen, bei Kreislauf- oder Atemproblemen sollte professionelle Hilfe gerufen werden.

Für alle Fussballfans gibt es jetzt Informationen rund um den Fussball in der Region monatlich neu zum anschauen unter:

Alle Pokalinterressierten im Aktiven- und Jugendbereich können sich unter folgendem Link informieren:

Für Trainer und Fussballbegeisterte gibts Informationen rund ums Training:

Deutscher Fussballbund: http://www.training-wissen.dfb.de/ 

 

für alle Fussballtrainer: http://www.fussballtrainer.de/